September 27, 2007 at 13:34 pm | Category: Rebellious Girls

Hier ein paar Kommentare die auf Uffies und Feadz MySpace-Seiten hinterlassen wurden.

(weiterlesen…)

September 22, 2007 at 23:59 pm | Category: Rebellious Girls

Um 16:30 Uhr steigen wir ins Taxi vom Frankfurter Flughafen zum Hotel. Dort haben wir 2 Stunden Ruhe, denn um 18:45 Uhr wartet der Fahrer, der uns in den Club bringt. Frankfurt im Abendlicht – sehr schön. Ich wusste nicht, dass der Club im Hafen liegt und als wir über eine Brücke fahren lassen wir uns nicht davon abhalten, ein Touri-Foto vom Ausblick zu machen, auch wenn der Taxi-Fahrer etwas verwundert stehen bleiben muss. Da müsst ihr lieben Leser jetzt durch, aber das ist doch wirklich eine Hammer-Location, oder?

ffm hafen

Als wir in der an der Venue ankommen brauchen die Artists erstmal ganz schnell viel zu trinken. Im Hotel gab´s keine Mini-Bar und fliegen entwässert. Das ist ein weiteres Tour-Problem, denn wenn man zu wenig trinkt, wird man müde und bekommt Kopfschmerzen. Und das noch zusätzlich zu einem Kater…ihr könnt es euch ja denken. Mittlerweile hat sich auch schon eine prima Erkältung bei den meisten Beteiligten eingeschlichen. Viren und Bakterien haben es natürlich auf einer Tour ziemlich leicht. Ihr bester Freund – und der grösste Feind der Sängerinnen – “die Klimaanlage” ist ja auch stets dabei…in Flugzeugen, Zügen und Linern…

Aber als wir die Venue von innen sehen steigt die Laune wieder, denn der Club ist wirklich sehr schön gemacht! Und gross! Der Local-Promoter (der Veranstalter) erzählt uns, es passen ca. 550 Leute rein. Also wird heute wieder die Luft brennen…Noch dazu ist das ja heute der ABSCHLUSS-GIG der Tour und den feiert man immer gehörig! Dazu aber gleich mehr.

Der Backstage-Raum ist riesig, aber sehr kühl eingerichtet. Ich hab leider nur ein sehr unscharfes Foto.

ffm backstage unscharf

Man muss leider wieder durch den ganzen Club laufen – ihr erinnert euch an München!!! – und dann noch eine Treppe hoch in den ersten Stock. Doch sehr erfreut sind wir alle über den Besuch der kleinen schwarzen Katze des Veranstalters, die es sich dort bequem gemacht hat und immer so schnell geflitzt ist, dass ich sie nicht vor die Linse bekommen habe. Und sie war vielleicht glücklich, als sie von den gesamten Händen der Crew abwechselnd gekrault wurde…hmmmm….”das ist vielleicht entspannend vor dem Gig, eine schnurrende Katze auf dem Schoss zu haben. Wir bräuchten so was immer!” sagt die Sängerin der Girls während sie liebevoll die Katze anschaut. Das Catering ist super, wir sind uns alle einig…”das ist eine seltsame Tour – ich habe das selten erlebt, dass bis auf eine Ausnahme das Essen immer gut ist, Respekt an die Tour-Manager!” sagt Feadz. Habe ich schon erwähnt wie entzückend es sich anhört wenn Feadz Englisch spricht?! Er hat einen herzzerreissenden französischen Akzent….uhhh…so cute…so süss!

Es gibt auch eine Mikro-Welle und die Rhythmus-Gruppe (Drums, Bass, Keyboard) der Girls hat nichts besseres zu tun, als eine Orange rein zu stecken, bis sie platzt und als sie sie versuchen, wieder raus zu holen, macht sie ein ziemlich böses Gesicht, das natürlich wieder einmal für die Erheiterung der ganzen Crew sorgt. Man sehe und staune! Es war wirklich alles dem Zufall belassen!

ffm orange in mikrowelle

Um 22:05 Uhr ist Einlass und um 23:15 Uhr ist bis auf den letzten Platz alles ausverkauft. Nicht mal an der Abendkasse gibt es noch Karten. So schnell ging es noch nie auf der Tour – bis jetzt. Wahrscheinlich hat sich rumgesprochen, dass die Shows der totale Wahnsinn sind und man echt was verpasst, wenn man nicht da ist! Hier ein Foto von denen, die zu spät sind…sorry!

ffm hafen außen

Die Gigs sind – wie immer – überragend. Uffie und Feadz rocken Offenbach! “Pure Energie!” sagt ein Fan der alle Teile seiner Körpers um sich schleudert während Uffie die Crowd immer mehr anfeuert: “Who´s on stage? you know me?” und das Publikum brüllt zurück “UFFIE!!!!”. Wow, das nenn´ich einen Abschluss-Gig. Granaten-mässig! Hier ein Foto von der Bühne, allerdings sieht die Stimmung hier ziemlich brav aus. Keine gute Referenz, aber ich konnte nicht fotografieren wenn die Leute getanzt haben, weil ich nicht geschafft habe, über die hüpfenden Leute drüber zu kommen und mich auch dauernd jemand angerempelt hat…

ffm bühne

Als Maral dann auflegt, kommen alle Artists und die auf die Bühne, feiern sich – zurecht – mit Champagner und freuen sich, dass sie diese Tour gemeinsam erlebt haben, denn man fühlt sich beim letzten Gig irgendwie verbunden. Man ist eine kleine Familie geworden. Man kennt sich in allen Zuständen: Wach, müde, krank, hungrig, gut aussehend, scheisse aussehend, nervös, angespannt, total relaxed, vor dem Gig, nach dem Gig….und: Man weiss, dass alle Menschen sind und sie alle für ihre Ziele gekämpft haben, sonst wären sie nicht da, wo sie sind.

Später wird backstage das “Who is Who – Arsch-Quiz” gestartet. Feadz hat eine Zeitung gefunden und fragt jeden, für wen er sich hält. Seiner ist der auf dem Foto in der zweiten Reihe von oben auf dem vierten Bild von links. Hier mal ein Foto:

Who is Who - Arsch-Quiz

Uffie trägt den Hut von Aaron (Drummer) und man feiert ausgelassen und mit viel Tequila aus Tassen, weil es keine Gläser gibt und der Kühlschrank zu klein ist für so viele Artists und Crew-Mitglieder, die sich heute natürlich auch betrinken dürfen, jetzt, wo sie (fast) alles hinter sich haben. Morgen müssen natürlich alle noch im richtigen Flugzeug sitzen, aber das schafft man auch mit Kater, wenn die Aussicht auf das eigene Bett am Abend einen stärkt. So sah’s aus…etwas kühl(?!)…nein, der Tequila hat seinen Job ganz gut getan!!! Sieht nur so aus! In Wirklichkeit hat jede Unterhaltung einen sehr hohen Lautstärke-Pegel gebraucht, weil so ausgelassen gefeiert wurde, dass eigentlich ständig gebrüllt und lauthals gelacht wurde. Eine richtige Last-Gig-After-Show-Party eben!

ffm backstage

Die Girls, Feadz, Uffie und einige Groupies düsen um 5:30 Uhr ins Hotel, um an der Bar noch gehörig zu feiern. Anscheinend bis 8:30 Uhr, höre ich am nächsten Tag von Uffie, die so müde ist nach nur 3,5 Std. Schlaf (weil auschecken um 12 Uhr in Hotels üblich ist), dass sie gleich eine Oktave tiefer spricht. “Ich klinge nicht mehr nach Misses, sondern nach Mister, findest du nicht?” fragt sie mich, “Ich bin immer noch ein bisschen durcheinander von der Nacht!”. Kann ich verstehen! Ich habe nur bis 6:30 Uhr durchgehalten und mir geht es, glaube ich, ganz ähnlich wie ihr. Aaron beschliesst spontan, dass er noch einen Tag bleiben will und morgen erst in die USA zurück fliegen will. Auf die Frage “Warum?” grinst er nur verschmitzt…naja….die Nacht war lang… :-)

Jetzt ist dann auch mein Erlebnisbericht so wie die Rebellious-Girls-Tour an seinem Ende angelangt. Vielleicht organisiert Levi’s bald noch so ein Super-Event und ich kann euch von weiteren Dingen berichten, die sich mit einem so kreativen und doch so disziplinierten Haufen an tollen und interessanten Menschen erleben lassen! Hier noch ein letztes Foto, dass ich zufällig auf dem Laternen-Mast vor der Tür des Hotels finde und das unseren Zustand nach dem letzten Gig ganz gut ausdrückt:

Arschgesicht

September 20, 2007 at 23:35 pm | Category: Rebellious Girls

JUHUUU! Ich kehre zurück zur Kugel!!!! Ich freue mich schon den ganzen Tag wie ein kleines Kind, dass es zum Mandarin-Kasino geht! Im Mandarin Kasino habe ich schon einmal Freundschaft mit der Kugel geschlossen…Ich bin schon so gespannt, was die anderen sagen werden, wenn sie die Kugel sehen…dazu später mehr!

Ich bin alleine nach Hamburg geflogen. Wenigstens ein paar Nächte, die wieder mit Schlaf zu tun hatten! Die Off-Days haben uns allen sichtlich gut getan. Die Augenringe sind jetzt hellgrau und die “girls” begeistert von Köln. Maral hat sie anscheinend ein paar Tage durch die Stadt geführt und ihnen alles Sehenswerte gezeigt. Ich war in München, also sind wir leider getrennt geflogen und ich habe die Artists erst wieder im Club getroffen, daher blieb leider gar keine Zeit, um sie zu fragen, wie´s war.

Es gibt zum Glück schönes, warmes, indisches Catering. Die Crew im Club ist wahnsinnig zuvorkommend und total hilfsbereit. Das Mandarin-Kasino ist ziemlich gross und die Bühne der totale Knaller. Quadrate mit roten Glühbirnen, die so dermassen nach siebziger Jahre Disco aussehen, dass mein Herz gleich höher schlägt.

HH Bühne

Es ist ein “Haustechniker” da, der unserem Techniker mit Rat und Tat zur Seite steht und ihm hilft alles aufzubauen und zu verkabeln, während die hungrigen Artists sich um das Catering tummeln. Das ist ein riesen Vorteil. Als Techniker hat man sonst immer den ungemütlichen Job in einem grösseren Raum die (ca.20) Meter von der Bühne zum Mischpult hin und herlaufen zu müssen, um zu checken, ob ein Kabel kaputt ist, oder es sich doch nur um einen ausgeschalteten Bass-Amp (der Bass-Verstärker, auch Bass-Box genannt) handelt. Der Haustechniker kennt sich mit allem aus….weiss welche Kanäle am Mischpult defekt sind und bei welchen man nur einmal Fest am Poti (Drehregler) wackeln muss, damit wieder alles geht :-) .

Der Drummer der Girls erzählt mir, dass er total Bock hat heute Abend bei Uffie und Feadz mitzuspielen. Die Set-List (die Reihenfolge der Songs) der letzten Tage bleibt gleich, er hat auch schon aufmerksam gelauscht und glaubt, dass es “mit Live-Drums so richtig rockt”. Die beiden sind einverstanden….moment…begeistert trifft es eher. Also muss ein “Aussnahme-Soundcheck” gemacht werden, weil jetzt die Sounds, die Feadz auflegt so bearbeitet werden müssen, dass sich die Bass Drum des Girls Drummers und die Playback-Bass-Drums (Songs ohne Stimme) nicht in die Quere kommen. Da hier sowieso nur Profis am Werk sind, ist das aber eine Sache von nur ein paar Minuten. “Spiel doch in dem Mittelteil doom dack, doom doom dack und auf der HiHat nur Achtel…” dirigiert Feadz den zu spielenden Beat von hinter dem DJ-Pult aus und man merkt, dass er weit mehr drauf hat, als man ihm vielleicht fälschlicherweise zutraut wenn er hinter den Plattentellern steht. Aaron (der Drummer) kapiert sofort, was er meint und auf einmal gibt der Sound so gas, dass die restlichen Artists aus dem Backstage-Bereich gekrochen kommen und mit dem Kopf nickend und grinsend vor der Bühne stehen.

Das ist eine tolle Eigenschaft von (den meisten!) Musikern! Sie freuen sich immer für andere Musiker wenn´s grooved. Am Ende des Uffie/Feadz/Aaron Soundchecks sind sogar alle so begeistert, dass es einen kleinen Applaus von uns allen gibt! Wir freuen uns schon auf die Show!

Als ich auf´s Klo laufen will – das leider nicht Backstage ist, man muss durch den ganzen Club – entdecke ich, dass die Kugel an ist… Ab jetzt muss ich jeden (ausnahmslos) an der Hand nehmen und ihn zu dieser überdimensionalen Kugel führen. Dann muss man seine Stirn und die Nase an die Kugel drücken und es sieht so aus, als fliegen einem die Plasma-Strahlen direkt in das Gehirn. Wahnsinn! Am Anfang halten mich alle für ein bisschen bescheuert, aber kleben sie einmal an der Kugel fest, will niemand mehr weg. “Das ist wie im All!” sagt Feadz mit einem riesen Grinsen und wir stellen fest, dass wir beide gerne mal in den Weltraum fliegen würden. “Stell dir mal eine Electro-Party schwerelos vor! Wär´ bestimmt sexy!” hört man aus dem Munde des Girls-Keyboarders, der noch an der Kugel klebte, als ich Feadz “angeschleppt” habe. Ein Foto kann leider nicht das Gefühl übertragen, aber wenn ihr mal ins Mandarin-Kasino kommt, dann lasst euch das nicht entgehen!

HH Kugel

Die VJ´s bekommen eine komplette Seite des Clubs für ihre Visuals und sind glücklich. Auch sie sehen erholter aus. Leider habe ich kein Foto gemacht. Die Armen…nie habe ich ein Bild von ihnen, aber wenigstens rede ich gut über sie :-) .

Wir beschliessen gemeinsam das Essen zu skippen, weil wir uns alle mit dem leckeren Catering satt-gegessen haben und schlendern bis zum Gig ein bisschen über die Reeperbahn. Jeder hat total Lust auf den Abend, weil dieser Club einfach besonders schön ist und wir erfahren haben, dass es wiedermal ausverkauft ist. Zurück im Club betrinken wir uns mit Cola-Light (es gab nur Light) und viel Absolut-Vodka. Hier entstand das nette “Freundschafts-Foto” von Uffies Schuhen und der Vodka-Flasche und das Motto des Abends “Come together…anyhow!”.

HH Backstage

Die Shows sind der Knüller und Aaron macht eine verdammt gute Figur, weil immer wenn er live zu Uffie und Feadz loslegt, rockt der Club und die anfangs etwas steifen Hamburger können nicht anders als zu jubeln und zu feiern. Hier ein eher konzentriertes Foto aus der Sicht des Backstage-Raumes links neben der Bühne (wenn man vor ihr steht):

HH Backstage Drummer

Uffie geht irgendwann von der Bühne und Feadz und Aaron heizen der mittlerweile ausgelassen feiernden Crowd noch ein wenig ein. Als die beiden dann von Maral abgelöst werden und im Backstage ankommen, gibt es den zweiten Applaus. Alle waren anscheinend so gespannt, dass sie sich während Uffie/Feadz/Aaron unauffällig im Publikum verteilt haben, um den Gig zu sehen. Sehr geil!

Hier noch ein unscharfes Foto. Jetzt wisst ihr, was ich mit Disko-Bühne meine, oder?

HH Disko-Bühne

Morgen gehen wir nach Berlin…und mir die Info’s für heute aus…reicht auch….morgen mehr!

September 15, 2007 at 23:27 pm | Category: Rebellious Girls

Hmmmmmm, die Ohrstöpsel haben nicht wirklich viel gebracht. Wir sind alle gemeinsam extrem fertig als wir in Köln ankommen. Zwar hat niemand so richtig schlechte Laune, aber kaum jemand redet miteinander der nicht unbedingt muss. Wir sind so früh da, dass wir uns entschliessen alle gemeinsam einen Frühstücks-Ort aufzusuchen….bis auf….DIE VJ’s! Wo sind die VJ’s??? Der Tourmanager versucht 10 Minuten lang ziemlich erschrocken die Jungs zu erreichen, aber die Handys von allen sind aus. Genau so eine Situation hassen alle Verantwortlichen. Sie müssen sich heute schliesslich mit einer der aufwändigsten Locations anfreunden. Das Rheintriadem, eine alte Bahndirektion, ist ein Gebäude, wie man es sich in Filmen vorstellen kann. Riesen Säulen an der Aussenwand und unzählige Räume mit riesen-hohen Wänden. Genial für Projektionen! Hier mal ein Foto vom Abend!

Köln VJ Projektionen

Aber wie nur, wenn sie nicht da sind?! Aber…..da vorne! Da ist einer! “Wir haben in Wien beinahe den dummen Zug verpasst, weil der Taxi-Fahrer unser Equipment nicht mitnehmen wollte! Nach 15 Minuten Diskussion haben wir ihn überredet. Dann standen wir noch an einer Baustelle im Stau….uaaaahhhh! Naja, jedenfalls haben wir´s nicht in euren Zugabteil geschafft und haben dem Schaffner bei der Kontrolle erzählt, ihr sitzt irgendwo weiter vorne. Erst wollte er es uns nicht glauben, aber dann haben wir ihm den Backstage-Pass gezeigt und haben gesagt, wenn ihr keinen habt, dann zahlen wir. Er hat uns anscheinend geglaubt…!” erzählt einer von den Jungs ausser Atem. Der Tourmanager wirkt erleichtert: “Ahh, verstehe! Ich hab mich schon gewundert, dass der mich nach dem Pass gefragt hat, war aber so müde, dass ich mir nichts weiter gedacht habe. Auf alle Fälle seid ihr jetzt da und wir gehen jetzt frühstücken!”. Jetzt entdeckt auch der Techniker, dass er von den VJ’s eine SMS aus dem Zug bekommen hat, er hatte aber sein Handy auf lautlos, weil auch er gehofft hat, ein paar Stündchen schlafen zu können.

“Können wir jetzt endlich gehen?” hört man einen Künstler maulen, “uns ist verdammt kalt!”. Also ziehen wir los. Maral führt uns, denn sie lebt in Köln und kennt sich dementsprechend gut dort aus. Wir landen in einem super-süssen kleinen Laden, der aussieht, als könne er in Dublin stehen. Er hat eine ganz dunkel-lila angemalte Hausfront. Mein Handy ist leider leer, daher konnte ich erst am Abend wieder Fotos machen. Sorry! Da sitzen wir nun, wie ein Haufen Zombie-Leichen. Blass wie das Mondlicht und Augenringe bis zum Boden… Das mit der Zugfahrt über nacht hat uns allen ein bisschen die Kraft geraubt – Ein bisschen ist gut – , aber es ging anscheinend nicht anders. Sonst versuchen die Leute, welche die Tour organisieren eigentlich immer ihr Bestes, dass den Künstlern möglichst in jeder Situation der Bauch gekrault wird (die imaginären Eier :-) ). Deswegen darf man ihnen wirklich nicht böse sein! Wenn etwas nicht total unkompliziert läuft, dann haben sie sicher alles andere schon versucht und es einfach nicht anders organisieren können.

Ich finde die Jungs sind sowieso wie Papas. Es kann die wildeste Party Backstage abgehen, sie können von tausend Voll-Idioten (die gar nicht zur Crew gehören) angepöbelt worden sein und das Catering kann kalt dastehen – wenn ein Künstler eine Frage hat, strahlt ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht und sie versuchen eine Lösung zu finden. Wahnsinn! Diese Ruhe muss man erstmal aufbringen. Die Artists sind sich auch einig, dass das eine super Tour-Leitung ist. Eigentlich sind sie über das ganze Team sehr guter Meinung! Das ist, was man erreichen will! Nur wenn der Künstler sich wohl fühlt, macht er auch am Abend eine gute Show. Dann sind hoffentlich alle Beteiligten begeistert und die Tour-Leitung kann sich für eine kurze Sekunde zurücklehnen und sich dann sofort um die Probleme nach dem Gig kümmern….ist genügend Bier im Kühlschrank? Wie viel Leute sind im Backstage-Raum? Ist es dort warm? Wie sieht das Klo aus? Klopapier? Gläser Backstage für Drinks? USW!!!!! Ihr könnt´s euch ja vorstellen.

Beim Soundcheck treffen wir auf Peaches. Sie wird heute Abend auflegen. Uffie und Feadz sind in Rom, daher sie als Ersatz. Ich kann leider nicht allzu viel berichten, weil sie um Ruhe gebeten hat. Sie ist wohl gerade selbst ein wenig am schwächeln. Abends habe ich ein Foto gemacht, aber leider nur von hinten.

Köln Peaches

Die Artists sind während der Soundchecks der anderen ins Hotel oder liegen Backstage auf der Couch und schlafen. Daher kann ich euch keine grosse Storys erzählen. Das Motto des Tages lautet “Hirntod durch müde” und so ist es auch.

Also zeige ich euch noch ein paar Fotos vom Abend und hoffe auf die nächsten Tage und mehr spannende Berichte… Achja: Juhuuuu! Wir haben 5 Tage “Off-Days” (das sind Tage an denen man nicht auf Tour, also “off tour” ist) und können versuchen wieder zu Menschen zu werden! O.K. wir sind nicht “wir alle”: Uffie und Feadz haben den Gig in Rom und fahren dann nach Paris um neue Tracks für’s Uffie-Album aufzunehmen. Die beiden kennen keine Pause….bewundernswert!

Köln Poster köln Fassade Köln Fenster

September 14, 2007 at 23:55 pm | Category: Rebellious Girls

So: Jetzt geht´s also weiter nach Wien. Ich bin ganz guter Laune, weil ich als eine der Wenigen in München ja nicht ganz so doll auf die Pauke gehauen habe, aber mein Grinsen wird stetig grösser als ich die Geschichten der letzten Nacht zu hören bekomme. Man könnte Bücher schreiben….aber hier und jetzt geht´s um den Weg nach Wien und die Gigs am Abend. Alle sind ziemlich fertig. Sie nehmen sich jeden Tag vor, es diesmal nicht so heftig krachen zu lassen, aber (O-Ton Uffie) “Es kommt immer anders als man denkt. Wenn die Party gut ist will man auch nichts verpassen! Schlafen kann man ja im Zug.”. Und genau das macht sie auch die ganze Zugfahrt lang. Ach ja: Wir fahren mit dem Zug. Das ist meistens auch die angenehmere Variante, weil man nicht an irgendwelchen Flughäfen dieser Welt warten muss, sondern seinen Schlafmangel beim meditativen Rattern des Zuges ausgleichen kann. Die Tourleiter kümmern sich um die Fahrkartenkontrolleure und man kann sich entspannen. Vielleicht guckt man auch den ein oder anderen Film auf seinem ipod Video oder zockt ein Computerspiel auf der DS2, je nachdem. Das blöde ist meistens nur, dass Zugfahren irgendwie hungrig macht und man eigentlich das Bordrestaurant nicht unbedingt empfehlen kann…AUSSER man fährt nach Wien, weil die österreichische Bahngesellschaft eine hervorragende Gulaschsuppe kochen kann, die mit Kartoffeln ein echter Kater-Entferner sein kann. Probiert das mal aus!

Die “Girls” haben nichts besseres zu tun, als sich eine Kissenschlacht zu liefern, die zwar von einigen Augen skeptisch beobachtet wird, aber sich erstaunlicherweise niemand beschwert. Ich glaube, der Spass den sie dabei hatten war so ansteckend, dass man es ihnen einfach gönnen musste. Sie haben auch keine Gnade mit denen, die nicht mitmachen wollen, also muss ich auch herhalten und komme mir ein bisschen vor wie ein Torwart beim Völkerball in der Schule, weil sie wohl alle beschlossen haben, mich abzuschiessen. Das Doofe ist nur, dass man sich in den Abteilen hinter nichts verstecken kann….

Beinahe hätte ich bei dieser Aktion meinen Backstage-Pass verloren. Jeder, der auf einer Tour in der Crew dabei ist bekommt einen, damit man auch ohne Probleme in alle für die “Normalen” gesperrten Bereiche reinkommt. Sie sind meistens unterteilt in die Job-Bereiche (Also: Crew, Artist, Guest….). Ich hab euch mal ein Foto von meinem gemacht.

Wien Fluc Backstage-Pass

In diesem Fall wurde mitgedacht! Hinten auf dem Pass stehen alle wichtigen Nummern, die man braucht. Die Nummer des Production Manager der Agentur, welche die Tour organisiert hat, die des Mischers, die der Werbeagentur, die Promotion-Abteilung von Levi´s, der Tourmanager, die Ansprechpartner (Manager) der Artists, die VJ´s und alle lokalen Veranstalter (z.B. Club-Besitzer) der jeweiligen Stadt. Das ist wirklich cool, weil man nicht nach der Nummer suchen muss, sondern sich den Pass am besten einfach um den Hals hängt und dann alle wichtigen Menschen quasi den ganzen Tag mit sich rumträgt. Umso blöder, wenn man ihn verliert… Aber, ich hab ihn wieder gefunden. Zwischen zwei Kissen war er eingeklemmt. Ufffff…

In Wien angekommen nehmen wir uns Taxis zum Hotel. Dann erstmal versuchen, sich wieder frisch zu machen und auf zum Soundcheck. Das Fluc ist ein total abgefahrener Laden. Ursprünglich aus Containern. Die Gründer haben dann mit viel Arbeit Konstrukte drum rum gebaut. Siehe Foto! Vielleicht erkennt ihr die Container…

Wien Fluc von außen

Der Soundcheck verläuft cool und ohne Probleme. Hier gibt´s eine reguläre Bühne UND Projektionsfläche hinter der Bühne, was die VJ´s ganz glücklich macht.

Wien Fluc Bühne

Jetzt geht´s erstmal zum Essen ins Hotel. Und was wird´s wohl für uns alle geben???? Natürlich: Ein Wiener-Schnitzel mit Erdäpfel-Salat. Erdäpfel sind Kartoffeln. Die Sprachbarriere tut sich schon bei der Bestellung der Getränke auf: Ein “Obi gspritzt” ist eine Apfelschorle und zwar nur, weil weil die Firma, die den Standart-Apfelsaft herstellt “Obi” heisst….die Wiener wieder. Der Teil der Künstler der aus USA kommt findet´s auch extrem lustig, weil sie ja unser Deutsch mittlerweile gewöhnt sind und auch das ein oder andere Wort schon verstehen, aber das ganze jetzt noch mit dem Wiener-Sound zu hören finden sie allesamt ziemlich “urkomisch”. Ein Salzburger der am Nebentisch sitzt erzählt uns, dass die Wiener beim Rest von Österreich als ziemlich eigen und arrogant gesehen werden, woraufhin der Drummer der “Girls” meint, das wäre in New York auch so. Der Rest von Amerika sieht NY als avantgardistisches, abgehobenes Künstlerdorf an. Zumindest hat er das von vielen gehört…er ist ja selbst einer :-) .

Die Gigs später sind so energiegeladen, dass Uffie während sie singt von der Menge getragen wird und durch den ganzen Raum “schwebt”. Sie ist schon mutig! Gestern bekommt sie eine auf die Lippe und heute vertraut sie den Fans schon wieder so sehr, dass sie sich tragen lässt. Und es sind viele im Publikum total gestyled. “Kiddy Style” nennt sich das. Wie ihr das findet müsst ihr selbst entscheiden.

Eine Mitarbeiterin der Werbeagentur versucht an der Bar verzweifelt für die Artists Eiswürfel zu bekommen, damit sie sich hinter der Bühne Drinks mischen können, aber der Barmann weigert sich lauthals, bis sie ihm klarmacht, dass sie von Levi´s ist und er das jetzt einfach zu tun hat. Sie will ihn sogar dafür bezahlen. Für Eiswürfel!!!???? Mürrisch gibt er ihr drei Becher voll und ist stinksauer… “Die Wiener sind schon komisch, oder?” fragt sie mich. Ich, die Wiener eigentlich liebt, nicke nur und zeige dem Barmann einen Vogel….uuuuhhhhh….vielleicht bin ich jetzt auch schon ein bisschen REBELLIOUS….oder vielleicht auch die Anderen?!

Backstage ist eigentlich alles recht ruhig. Diesmal hängen auch nur die Leute hinter der Bühne ab, die auch da sein dürfen. Es ist – wiedermal!!!! – ein feuchtfröhliches Vergnügen und wir halten durch bis 5:30 Uhr weil wir dann direkt aus dem Club zum Hauptbahnhof fahren und auf geht´s in den Zug nach Köln!

Wir sind alle ein bisschen traurig, dass wir die Betten in dem Wiener Hotel nicht geniessen durften, weil das die ersten Tour-Betten waren, die jemals von der gesamten Crew als super bewertet wurden. Tja, man soll gehen wenn am schönsten ist! Wir versuchen alle im Zug zu schlafen so gut es geht und der INTELLIGENTE Product-Manager hat daran gedacht, der gesamten Crew Ohrenstöpsel zu kaufen, damit man den Lärm um einen herum im Zug nicht so schlimm wahrnimmt. Hut ab!

September 13, 2007 at 23:55 pm | Category: Rebellious Girls

Wir haben den Wahnsinns-Kater. Eigentlich alle. Bis auf die Tourleiter, die sich verantwortungsvoll zusammengerissen haben. Die Nacht im Liner war auch nicht all zu erholsam. Wenigstens hatten wir 1,5 Stunden im Hotel und konnten duschen. Aber auch das bringt nicht viel. Dementsprechend nörglig sind wir auch alle unterwegs. Meine Hintergrundinfos kann ich mir wohl für heute streichen. Denke ich zumindest zuerst. Gegen 18 Uhr schlagen wir im Club auf. Wir sehen alle ein bisschen aus wie Zombies…. Der Club riecht nach Club am Tag. Nachts wenn die Musik dröhnt ist das ja ganz nett, aber tagsüber (und vor allem mit Licht an!!!) will man so etwas eigentlich nicht sehen. Mir wird ein bisschen schlecht vom kalten Rauch. — Cola, gebt mir bitte Cola!!!

Ich flippe total aus als ich zum ersten mal den Boden sehe! Wow, ein richtiger Disko Boden mit farbigen Kacheln! Juhuuu…wäre ich mit John Travolta auf Tour, hätten wir sicher eine heisse Sohle hingelegt.


Allerdings gibt’s ein Problem: Der Club ist so verwinkelt, dass man keine vernünftige Bühne aufbauen kann. Die Band steht irgendwie ums Eck, nur nicht beieinander. Zusätzlich kann der Mischer nicht vor der Bühne stehen, sondern schräg hinter ihr! Kurzes Intermezzo: Man muss als Mischer vor der Bühne stehen (Front Of House, daher redet man auch vom FOH-Platz), damit man den Sound hören kann, der aus den Boxen kommt. Wie soll man sonst beurteilen, ob alles gut klingt? Jedenfalls nicht, wenn man hinter der Bühne steht. Eigentlich ist es ihm so unmöglich seinen Job zu machen, weil der Mischer jedes Mal über die komplette Bühne laufen müsste um was zu hören und dann wieder zurück hinter sein Mischpult und aus dem Gedächtnis drehen. Das ist uncool. Dadurch, dass die Band so schräg im Raum steht, stehen auch die Lautsprecher irgendwie komisch (Hey: Nichts gegen den Mischer! Der kann wahrscheinlich nicht anders, als sie so aufstellen!). Für mich war er jedenfalls der Held des Abends, weil er das unmögliche möglich gemacht hat. Sind solche Menschen übrigens oft! Das Team um die Band herum macht es erst möglich, dass die Band spielen kann (ausser sie spielt am Lagerfeuer….ihr versteht schon!?). Ich finde man sollte sie fest mit einbauen, wenn man die Band vorstellt! Egal!

München Bühne Foto klein

Das Catering ist eigentlich cool! Wahnsinnig viel und leckere Sachen, nur leider in riesen Stücken!!! Man kann den Käse nicht essen, weil an ein Messer nicht ranzukommen ist. Naja, wir sind hier halt in einem Club, nicht in einem Restaurant. Aber schade ist es trotzdem um das gute Essen!

Der Backstage-Raum ist winzig. So winzig, dass man sich in den Gang setzten muss, weil wir alle einfach nicht reinpassen. Die Sängerin der “Girls” regt sich berechtigterweise darüber auf, dass es keinen Spiegel gibt. Denkt da eigentlich nie jemand dran??? Wie stellt man sich vor, wie Frontfrauen sich stylen sollen, damit sie auf der Bühne auch geil rüberkommen? Blind? Geld hat man jedenfalls auf Tour nicht dafür übrig, sich eine Stylistin zu leisten, die einen hübsch werden lässt. Also muss sich die Arme im kleinen Klo zurechtmachen. Dachte sie zumindest, weil es sich später herausstellt, dass ein paar von der Band doch noch kurz ins Hotel fahren. Aber umziehen muss sie sich dann doch dort. Jetzt sieht’s ja noch glimpflich aus (ausser, dass es komisch riecht!!!), später wirds dann zum Klo auch für Mitarbeiter, aber da kommen wir noch dazu…. Hier mal ein Foto:

München Klo klein München Backstage klein
Wir gehen in einen Italiener nebenan zum Essen (eigentlich schade ums Catering, schon wieder!). Der Bassist der Girls ist noch so fertig von gestern, dass er im sitzen einpennt, noch bevor die Vorspeise da ist. Wir haben Verständnis. Die ganze Crew ist beieinander, ausser den VJ´s, die sich immer noch streiten müssen….die Armen! Jetzt ist die Levis-Marketing Leiterin im Club, die natürlich will, dass die Marke zu erkennen ist, nachdem sie schon so coole Events organisieren. Ich muss sagen: Hut ab, Levis! Fette Aktion diese Tour. Und das tue ich nicht, weil man mich dafür bezahlt!

Das Essen läuft relativ ruhig ab, wir sind ja froh, dass unser Magen überhaupt was in sich behalten will :-) . Nein, nur Spass! So schlimm ist es nicht. Wir haben Hunger. Es gibt erst Suppe, dann Antipasti (spätestens jetzt sind fast alle schon satt) und noch einen Fisch als Hauptspeise. Wir sind uns einig, dass wir schon besseren Fisch gegessen haben. Aber Fisch als Tour-Essen ist sowieso schwierig. Man muss ja gleichzeitig für so viele Leute kochen (bei uns: 18 Gerichte), dass es schwer wird den gemeinsamen Geschmack zu treffen. Besonders dann, wenn alle rumnörgeln….

Auf dem Weg zum Club habe ich endlich die Chance, dass Uffie und ich das Stück alleine sind. Wir reden über ihre Erlebnisse der letzten drei “World-Tours”. Sie erzählt, dass sie gerade 18 wurde als das ganze losging und sie es seitdem nicht geschafft hat, einmal 3 Tage am Stück zu Hause zu sein. Sie redet als wäre sie 30, ist aber gerade mal 19 Jahre alt. “Ich will Zeit haben um erwachsen zu werden! Ich kann noch nicht mal kochen lernen, weil ich jeden Tag in einem anderen Restaurant der Welt essen muss. Aber ich will mich nicht beschweren! Ich habe Glück und ich arbeite sehr hart daran, dass das auch so bleibt! Wenn ich dann mal daheim bin, sitze ich im Studio und recorde neue Songs.”. Ich frage sie, wie sich das Musikbusiness anfühlt und ob sie auch manchmal das Gefühl hat, einfach nur das “hübsche junge Ding” zu sein. Sie antwortet ganz aufgeregt: “Ja klar! Jeder versucht, dich abzuzocken und man hat grosses Glück, wenn man jemanden trifft, der auch hält, was er verspricht. Aber ich habe glücklicherweise solche Freunde um mich. Sie können nur gut für dich sein, wenn du sie auch gerne als Freund hättest mit dem du dich über Gott und die Welt unterhalten kannst und dem du vertraust. Ich kann meine wahren Freunde an einer Hand abzählen…. Leider sehe ich sie zu selten. So bleibt uns nur das Telefon oder der Chat im Netz, aber das ist nicht das gleiche, verstehst du?”. Klar verstehe ich das. Dann sagt sie gleich dazu: “Eine Freundin von mir hat kürzlich mit Beyoncé gearbeitet und sie hat gesagt, dass sie keinen so traurigen Menschen kennt. Die Arme kann noch nicht mal ein Eis kaufen, ohne dass man sie erkennt….”. Ich scheine Uffie sympathisch zu sein und unser Gespräch hinterlässt grossen Eindruck bei mir, weil dieses kleine, dünne Mädel, gerade 19, über so erwachsene Dinge nachdenken muss, das ist sicher nicht leicht.

Wieder Backstage bewundere ich das Outfit der “Girls” Frontfrau. Wahnsinns Idee. Sie hat an einen hautfarbenen Body vorne und hinten zwei runde goldene Reflektor-Scheiben genäht. Die benutzt man eigentlich zum Fotografieren. Weil man sie meistens so halten muss, dass sie das Licht in die richtige Richtung reflektieren, müssen sie leicht sein. Und genau deswegen kann man sie auch als Klamotte benutzen. Sehr kreativ! Aber sie ist ja schon dafür bekannt! Ich denke: “Das wird bestimmt hammermässig aussehen auf der Bühne!!!”, will sie aber nicht stören. Die Momente vor dem Gig sind ganz wichtig, aber das schreibe ich im nächsten Blog!

Showtime: Jetzt kommt der schwierigste Teil! Der Club ist so voll wie noch nie und der Backstage-Raum ist genau am anderen Ende des Clubs als die Bühne. Wir gehen hinter einander Richtung Bühne und brauchen geschlagene 10 Minuten für 15 Meter, so voll ist es. Voll, laut und HEISS!!!!
Der Gig ist Wahnsinn. Sie weiss einfach wie’s geht. Entertainment vom feinsten, auch wenn das In-Ear manchmal schlapp macht und sie verzweifelt versucht über die Bühne hinweg mit dem Mischer Kontakt aufzunehmen. Aber davon merkt niemand was, ausser denen, die sich auskennen. Der Rest des Publikums feiert und wird von Song zu Song ekstatischer. Sie nimmt einem Typen aus der ersten Reihe die Zigarette ab, zieht lasziv daran und gibt sie ihm zurück, der beinahe in Ohnmacht fällt und mit seinen Freunden eine pubertäre “gimme five” Nummer veranstaltet. Wenigstens hat er jetzt das Gefühl, sie hat den Gig “nur für ihn” gespielt. Und das – muss man ihr lassen – kann sie leider gut.
Als Feadz nach den Girls loslegt, flippen die Leute total aus. Die Stimmung ist so am kochen und der Laden so überfüllt, dass sich teilweise Schlägereinen mitten in der tanzenden Menge ergeben. Mir wird das zu viel. Ich beschliesse mir den Gig von Uffie zu sparen (leider!!!! Gerade jetzt, wo ich sie ein bisschen besser kenne) und begebe mich backstage.

Dort ist es allerdings zu einer weiteren Party-Location ausgeartet. Die Leute sind alle total blau oder sonst wie erheitert und die Stimmung ist erstaunlich gespannt. Manches Ego ist irgendwie ins Unermessliche gesteigert. Viele fangen an sich ohne Grund anzuscheissen oder dich anzupöbeln “was zur Hölle” du hier machst, bis sie checken, dass du zur Crew gehörst, dann schnurren sie wieder wie ein Kätzchen. Schizo. Ich bleibe heute nüchtern und vernünftig und solidarisiere mich mit den Tourleitern, die ja müssen, weil sie dafür verantwortlich sind, dass die Musiker gut und behütet ins Hotelbett kommen. Solange die Bands feiern wollen, müssen die armen Jungs durchhalten. Aber auch dazu und zu den lustigsten Geschichten aus ihrer Sicht noch mehr wann anders. Irgendwann kommt Uffie in Begleitung des Mischers in die Kabine und ist total durch den Wind. Erst checkt keiner was los ist und dann sieht man, dass ihre Oberlippe angeschwollen ist und blutet. Anscheinend hat ihr auf dem Weg von der Bühne zum Backstage-Bereich ein Fan, der mit ihr reden wollte, den Ellenbogen ins Gesicht geschlagen. Sie ist irritiert und setzt sich hin. Die “Girls” kümmern sich aber rührend um sie und wir beschliessen, dass wir den Backstage-Bereich wieder zu dem machen, was er eigentlich ist und schmeissen alle Idioten raus, die natürlich lauthals rummotzen: “Was glaubt ihr Künstler eigentlich wer ihr seid? Das ist mein Backstage-Bereich!”. Sorry, aber heute nicht, morgen wieder.

Ich bleibe noch 10 Minuten und dann muss ich ins Bett. Morgen wieder.

September 12, 2007 at 23:46 pm | Category: Rebellious Girls

OK, ich gebs zu: Mann kann Vorurteile haben. Vor Allem gegenüber Szene-Stars. Man könnte glauben, ihnen ist ihr Rockstar-Image zu Kopf gestiegen, sie sind vollgepumpt mit aufheiternden Substanzen und vögeln alles was daherkommt. Tagsüber sind sie zickig (ausser man gehört zur Crew/Familie), verkatert, ungewaschen (weil verschlafen) und beschweren sich am laufenden Band über die Klima im Flugzeug. Gibts ein Paar innerhalb der Combo, dann zicken die sich auch noch an, weil er gestern (um sich zu rächen) einem Groupie zu lang auf die Titten geschaut hat, weil sie mit dem Clubbesitzer einen dreifachen Sky-Wodka auf Eis hatte. Wenn ihr wüsstet, wie lustig der in sämtlichen Gehirnwindungen kribbelt, wenn man zu viel bekommt! Mit diesem Paar hatte der Rest der Band auch schon Stress, weil sie´s nicht für nötig halten im Nightliner, oder auch “Liner” (dem Tourbus, der gleichzeitig Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche für alle ist) beim Fummeln leiser zu sein, obwohl sie genau wissen, dass man sich fühlt wie in der Sardinenbüchse (man hat ca. 20 cm Platz über dem Kopf wenn man im “Bett” liegt) und der nächste Kollege (der vielleicht schlafen will!!) ca. 1 Meter entfernt jeden Schmatzer mitbekommt, den die beiden beim besoffen wild rummachen von sich geben. Pärchen brauchen eindeutig ihren eigenen Bus! Es ist eh schon schwer genug, weil´s durchaus sein kann, dass die liebe Grenzpolizei mitten in deiner Tiefschlafphase den ganzen Bus auseinander nimmt, weil man ja als Musiker mal pauschal für alles verantwortlich sein kann. Man ist ja Rocker. Und vor allem REBELLIOUS!

Meine Vorurteile waren ganz klar: Wenn man sich schon ein “girls” in den Bandnamen packt, dann kann das Attribut ja nicht weit sein. Ich dachte, die Jungs und das Mädel sind bestimmt die trashigen “Kunst-Futzies” aus NY, die es sowieso nicht für nötig halten, mir ein paar Facts aus dem Alltag zu erzählen. Uffie wirkte auf mich jung und doch erstaunlich ausgecheckt. Feadz sehr zurückhaltend. Maral Salmassi (Misses DJ, weil ich den Ausdruck DJane nicht leiden kann, ich mein: Wo ist Tarzan?!) sah verdammt stylish aus. Eine ultra-enge hell-goldene Glitzer-Leggins mit Goldenen 80-ies Turnschuhen und knall-roten Lippenstift zu dunkellila Glitzer-Lidschatten!?!? “Wenn man sich so anzieht, kann man nur cool sein.”, dachte ich mir.

Nunja: Ich habe beschlossen, mich dem Tour-Team (Bands, Tour-Management, Techniker, VJ´s…) beim Essen vor dem Gig vorzustellen, weil da der Soundcheck hoffentlich glimpflich gelaufen ist. Es gibt nichts nervigeres, als blöd daherredende Aussenstehende, die so laut quatschen, dass du auf der Bühne nicht mehr hörst, was der Sound-Mann (Tontechniker/MIscher) dir über deine Monitorbox erzählen will, damit er alles so einstellen kann, dass du dich danach am besten hörst. Wobei das eher selten vorkommt, daher gibts das “In-Ear”. Das ist der Stöpsel im Ohr. Sänger benutzen das oft, weil sie dann sozusagen einen Kopfhörer in den Ohren haben und so direkter (ohne Club-Atmo/ brüllende Fans während dem Gig) hören können, ob sie richtig singen und wie die Band spielt.

Abgeschweift.

Ja: Wir sind also auf dem Weg zum Essen. Eigentlich hat keiner mehr so richtig Hunger, weil das Catering richtig gut war und es Tonnen von Lachs gab. MMMMHHH. Das ist allerdings eher selten der Fall. Weil sich in der Regel alles verspätet, ist das Catering (auch wenn´s vom Veranstalter lieb gemeint war!) oft eher von der ekligen Abteilung und abgestanden, oder auf dem Käsehäppchen bildet sich diese Fettschicht, die man kennt wenn Käse zu warm wird. Von Fruchtfliegen wollen wir gar nicht erst anfangen…

Jedenfalls: Meine Vorurteile bestätigen sich nur zum Teil. Die Brazilian Girls sind eine nette Truppe, vor Allem die Sängerin nimmt sich sogar ein bisschen Zeit für mich, damit ich sie und die Story um die Band ein bisschen besser kennen lernen kann. Ich finde das ganz wichtig: Man darf die Menschen erleben, wenn sie nicht hinter der Bühne stehen. Teilweise sind sie genau gleich und manchmal ganz anders. In solchen Momenten kann man erschnuppern, wie sie überhaupt auf den Plan gekommen sind, in dieser Combo und mit dieser Musik berühmt werden zu wollen. Wenns überhaupt einen Plan gab. Manchmal ist´s ja auch Zufall. Eins haben sie allerdings alle gemeinsam: Können sie über die Kunst erzählen, blühen sie ein bisschen auf, wenn sie das Gefühl haben, dass man sie ernst nimmt und versteht und nicht nur ein nicht-denkender Groupie ist, der seinen Freunden am nächsten Tag die Unterschrift auf seinem “Arm” zeigen will. Über diese Phase sind sie hinaus. Klar liebt man Fans, ohne sie ist man nicht da, wo man ist, aber trotzdem bleibt man Mensch und findet manchen Hype um einen selbst eher skurril.
Die “Girls” haben sich in einem Club zufällig beim jammen getroffen und der Besitzer hat sie wohl gleich Engagiert. Also: Zufall.
Der Drummer (Schlagzeuger) erzählt mir, dass sie immer noch viel jammen und eigentlich nur während dem Soundcheck proben. Ich glaub ihm nicht ganz, weil die Songs dafür zu klare Abläufe haben, aber vielleicht… Drummer sind meistens ganz gut im posen, weil sie die sind, die in der Regel hinten sitzen und die keiner kennt. Hey: Frag dich mal, wie die Sänger von deiner Lieblings-Band heissen und frag dich nach dem Namen der Schlagzeuger. O.K: Wenn du der Mega-Fan (NERD) dieser Band bist, dann kennst du auch ihn. Dann nimm eine Band die du magst, aber kein Nerd bist.

Nerds sind cool. Musiker sind auch Nerds. Immerhin üben sie ihr Leben lang wie die Wahnsinnigen wenn sie Profi-Musiker/erfolgreich werden wollen.

Mit Maral tausche ich sogar email-Adressen aus, weil wir uns so sympathisch waren und sie die geilste Uhr aller Zeiten hat:

Zürich Marals Uhr

Ich darf allerdings nicht verraten, woher man die bekommt, weil sie nicht will, dass sie dann gleich jeder trägt. Kann sie verstehen und fühle mich geehrt, dass sie mir die Adresse der Homepage zum bestellen gibt. Falls ihr euch in ihre Leggins traut: Die gibts bei American Appereal. Man sollte dazu nur den nötigen Knack-Arsch haben, sonst siehts scheisse aus in hell-gold…. Sie hat den: Respekt!

Das wars, der Rest will seine Ruhe haben (verstehe ich!!!) und ich rede noch ein bisschen mit dem Tourleiter, wie man so eine Tour organisiert. Vielleicht dazu die Tage mehr.

Der Gig war krass! Uffie wurde das T-Shirt auf der Bühne von Fans runtergerissen. Sie fands am Anfang nicht so gut, hat sich aber erstaunlich damit zurecht gefunden. Die Fans wollen sie einfach nur befummeln und sie abknutschen. Wah! Vielleicht schreib ich euch die Tage noch etwas über den ekligsten Fan…. Nachdem ihr´s ja dann wissen werdet, seid bitte nie so! Das kann einen auf der Bühne schon ganz schön ankotzen wenn jemand penetrant wird. Aber wie gesagt. Später mehr. Backstage wars enspannt und wir feiern feuchtfröhlich. Leider trinken wir alles durcheinander: Bier, Wein, Schnapps, Champagner….

Am nächsten Morgen geht Uffies komplette “Pain Killer” (Schmerztabletten) Packung für uns alle drauf. So kanns gehen…